Ich bekomme noch ganz gut zusammen, dass heute Tag drei der Quarantäne ist. Hätte meine Freundin heute morgen am Telefon nicht gesagt, dass heute Mittwoch sei, hätte ich die Frage nach dem heutigen Wochentag nicht wirklich beantworten können. Das lag aber sicher auch am ganzen Reisestress, der ja irgendwie schon am Samstag begann – zumindest passiv.
Der heutige Tag fing schon etwas besser an als der Gestrige. Damit meine ich zumindest das Aufstehen. Der Wecker klingelt um 7 Uhr und ich stand tatsächlich auf. Der Jetlag liegt mir zwar noch immer etwas in den Knochen, aber es wird besser. Zudem ist er in diese Richtung auch weniger schlimm, als in die entgegengesetzte, also Richtung Westen, denke ich.
Ich bin noch nicht ganz dazu durchgedrungen tatsächliche Pläne für den Tag aufzustellen und diese auch umzusetzen. Dafür gebe ich mir gerade noch 1-2 Tage, um hier anzukommen und einfach mal nichts Sinnvolles zu tun. Hat wahrscheinlich auch etwas mit Eingewöhnung an die Quarantäne-Situation zu tun. Daher lebe ich gerade noch in den Tag hinein und schaffe es natürlich auch aufgrund des nicht vorhandenen Plans nicht, die in Erwägung gezogenen Aufgaben umzusetzen. Das geht aber bald los!
Yoga
Aufgrund der schlechten Erfahrung mit Livestreams über VPN in Zoom am gestrigen Abend, habe ich ein 14-tägiges Probeabo bei Yoga International (Link) abgeschlossen, das mich durch die Quarantäne bringen soll. Das ist nicht live, sondern es sind einfach Videos, die ich wann immer ich möchte, streamen kann. Das hat heute Morgen auch ganz gut geklappt und der Vorsatz, dies im Laufe des Tages zu wiederholen, war auch schon da. Die Umsetzung eher nicht so ganz.
Das Frühstück – leider mittlerweile kalt, da ich mit dem Essen bis nach dem Yoga warten wollte, das Essen aber schon ab halb 8 vor der Tür stand – ist in Ordnung. Auf den Reisbrei habe ich verzichtet und mir stattdessen einen Schokoporridge aus meinen mitgebrachten Vorräten gemischt. Den restlichen Vormittag verbringe ich mit Urlaubsrecherche, da der Weihnachts- und Silvesterurlaub ja nun auch einmal geplant werden muss.

Der nächste spannende Moment des Tages ist das Klopfen an der Tür zur Mittagszeit, das die bereitstehende Mahlzeit signalisiert. Also Tür auf, kurz der im Hazmat-Suit vermummten Person hinterherschauen, um zumindest einen Hauch an sozialen Kontakten zu haben und Tür wieder zu, bevor der Alarm losgeht. Das Essen an sich ist ziemlich gut, wenn auch nicht eindeutig identifizierbar. Nun heißt es warten auf den nächsten spannenden Moment… zwischendrin weiterhin Urlaub googlen, darüber aufregen, dass der VPN nicht funktioniert und abwarten.

Die Spannung steigt, als um 17:45 noch immer niemand an der Tür geklopft hatte. Um 18:15 wage ich einen Blick vor die Tür und sah, dass der dritte spannende Moment des Tages – die Dinnerlieferung – bereits ohne Spannung, und vor allem ohne Ankündigung – an mir vorbeigezogen war. Bedeutet: das Essen stand schon seit mindestens einer halben Stunde vor der Tür und ist nun kalt. Good job…

Zu aller Abwechslung wird zum Dinner zudem ein neues kleines Glasthermometer geliefert, das ich angefragt hatte. Meins hatte irgendwie den Geist aufgegeben und da wir zwei Mal täglich selbst die Temperatur messen und in der WhatsApp Gruppe in die dafür vorgesehene Liste eintragen müssen, wurde mir ein neues geschickt.
Den Abend verbringe ich nun damit diese und die Gedanken der letzten Tage hinunter zu schreiben und nun fröne ich der eigentlichen Hauptaufgabe in Quarantäne: Netflix schauen.
Chinesische Simkarte
Eine chinesische Handynummer ist in China unabdingbar. Sie wird benötigt, um Alipay einzurichten und in den meisten Fällen, um die an jeder Ecke notwendigen Health QR Codes scannen und vorzeigen zu können. Ich habe durch Zufall in dieser sehr ausführlichen Quarantäne Beschreibung (Quarantine in Xiamen) einen Hinweis zu einem unkomplizierten „Expat Sim-Karten“ Anbieter für China gesehen (Nihao Mobile). Dort habe ich die Karte bestellt. Sie soll bereits am Folgetag ankommen.

