Der vegane Reiseblog

Things to do in Shanghai

Es gibt natürlich zahlreiche Guides über Shanghai und Empfehlungen à la What to do in Shanghai, die ich auch alle genutzt habe. Am Ende ist der übereinstimmende Nenner recht groß. Ich zähle hier also nur ausgewählte Aktivitäten auf.

 

Joggen am Bund

Der Bund ist natürlich auch so schon eine klassische Touri-Attraktion und ist wirklich ganz cool. Zum Einen erinnert es an ein wenig Heimat mit dem Fluss und den hohen Gebäuden im Hintergrund. Zum Anderen nimmt es etwas das Gefühl der Enge, das doch schnell in der Stadt entsteht. Vor allem in Ecken, wo viele Menschen unterwegs sind. Daher ist es unglaublich angenehm, am frühen Morgen bei Sonnenschein (bisher leider nur im Winter erprobt bei eher niedrigeren Temperaturen) eine Runde am menschenleeren Bund entlang zu joggen. Mit dem Fahrrad kann man lediglich auf der östlichen, also der Pudong-Seite am Wasser langfahren, auf der Westseite (mit Blick auf die Skyline) sind Fahrräder direkt am Wasser verboten.

 

Beim Spaziergang am Bund während des Tages entdeckt man übrigens auch einige kleine unbekannte Schätze, wenn man in die ein oder andere kleine Seitengasse abbiegt.

 

 

Jing’an Temple

Der berühmteste Tempel der Stadt. Kurz gesagt: den Eintritt von 50 RMB kann man sich sparen. Der Tempel ist von außen ebenso beeindruckend wie von innen. Am Interessantesten ist meiner Meinung nach der Kontrast zu den ihn umgebenden städtischen Hochhäusern. Ansonsten kann man sich den Rest sparen. Die vegetarische Kantine hinter dem Tempel (Jon Dow – sieht nicht aus wie ein Tempelrestaurant, sondern sehr kommerziell, ist aber gut und recht günstig) kann man empfehlen. Das Ganze hat im Erdgeschoss Kantinenstil, im 2. OG jedoch ein gehobeneres Restaurant. Beides ist in Ordnung. Hier muss man nach Gefühl bestellen. Die meisten Sachen sind vegan, aber nicht alle (der Burger enthält Käse und Majo).

 

 

Longhua Temple

Der Tempel ist ein außergewöhnlich großer Komplex aus vielen einzelnen Gebäuden und zahlreichen Gebetshäusern mit großen Statuen. Ich war an einem Samstagmorgen dort und fand den Tempel eher leer vor. Einige Menschen waren zum Beten dort, ich schien aber der einzige Ausländer zu sein. Man kann auf dem Gelände eine gute Stunde damit verbringen, sich die einzelnen Statuen und Gebetshäuser anzuschauen und einfach umher zu schlendern. Danach findet man sich in der Longhua Vegetarian Kantine ein. Es gibt englische Schilder, jedoch ist nicht immer alles auf den Menüs verfügbar. Die Standard-Nudelbowl ist empfehlenswert und kostet ca 25 RMB (und ist übrigens vegan – wie so ziemlich alles hier denke ich).

Am Ende des Essenssaals befindet sich ein kleiner Korridor, der zum Tempel-Teehaus führt. Dieses ist sehr liebevoll dekoriert und hat ein ruhiges und friedliches Ambiente. Es scheint neben dem größeren Gemeinschaftsraum auch einzelne private Teeräume zu geben, die man buchen kann. Ein Tisch im Gemeinschaftsraum beginnt bei 88 RMB für fermentierten Pu’er Tee und man kann 3 Stunden bleiben. Ich hatte kein Buch dabei, was ich beim nächsten Mal definitiv nicht vergessen sollte, aber auch ohne Buch ist es sehr entspannt und angenehm, einfach dazusitzen, den Tee zu genießen und sich umzuschauen. Wie eine wirkliche Tee-Zeremonie fühlt sich das Ganze nicht an, daher empfinde ich den Preis als etwas hoch. Andererseits war es gut, dies ausprobiert zu haben, denn es hat mir ein wenig die mystische Vorstellung der Teezeremonie genommen.

Auf dem Weg hinaus (es war inzwischen 12 Uhr) hatte sich das entspannte Tempelbild geändert. Gefühlt drängte sich nun halb-Shanghai im Komplex und bildete Schlangen vor den Gebetshäusern. Auch gibt es den ein oder anderen „Souvenirshop“, in dem Buddhas und andere Gebetsutensilien und Souvenirs gekauft werden können. Auf dem Weg nach draußen sah ich vor der Healthcode und Temperaturkontrolle eine 200m lange Schlange, die wartete hineingehen zu können. Als ich am Morgen dort war, wartete dort niemand.

Insgesamt ist der Tempel wirklich empfehlenswert, vor allem, da er wirklich groß ist und ich das in einer Stadt wie Shanghai, wo Platz Mangelware ist, nicht erwartet hätte. Nach zwei Stunden vor Ort fühlt man sich wirklich sehr entspannt und ist kurz geschockt, sobald man wieder die normalen Straßen der Stadt betritt. Der Eintritt ist übrigens kostenlos.

 

Shopping Center (ziemlich egal wo)

Es gibt an nahezu jeder Ecke riesige Shopping-Center mit allen möglichen vertetenen Luxusmarken. Diese werden natürlich nach einiger Zeit eher langweilig, da sie sich recht ähnlich sind und man in den meisten Fällen auch nicht unendlich viel Geld hat, um sich eine Lululemon Yogahose zum fast doppelten Preis (Vergleich Deutschland) zu kaufen oder einen neuen Rimova-Koffer, ebenfalls fast doppelt so teuer wie in Deutschland. Dennoch ist es beeindruckend sich das ein oder andere Einkaufszentrum anzuschauen. Interessanterweise ist es auch häufig der Ort für abendliche Get-Togethers unter Freunden in einem der Restaurants. Kinos gibt es hier auch häufig.

Nanjing Road – Shopping

Das Ganze wird natürlich getoppt vom Prototyp des Materialismus, der Nanjing Road. Massen an Menschen, Einkaufszentrum an Einkaufszentrum gereiht. Es ist wie eine große Shopping-Straße in einer europäischen Großstadt, nur viel, viel größer. Hier bekommt man einen guten Eindruck davon, welchen Stellenwert der Materialismus im Land einnimmt und, dass Geld hier von der zahlungsfähigen Masse in anderen Dimensionen gesehen wird als in Deutschland. Das wird von den Unmengen Maseratis, Lamborginis, etc., die aus den Parkhäusern gefahren kommen, unterstrichen. Hier gilt erst als reich, wer für jeden Tag der Woche mit einem anderen Luxusauto aus der eigenen Tiefgarage gefahren kommt.

Mit dem Fahrrad die Stadt erkunden

Ja, es ist vielleicht etwas gewagt und nicht unbedingt das sicherste Unterfangen, das man sich vorstellen kann, aber es ist unvergesslich und macht Spaß. Gefühlt hat die gesamte Stadt einen ca 1,5m breiten Fahrradstreifen auf der Straße in jede Fahrtrichtung, auch entgegengesetzt in Einbahnstraßen. Das macht das Fahren einfach, und sorgt auch dafür, dass man dem Dauerstau der Stadt gut ausweichen kann. Auf Komoot findet man zahlreiche schöne und häufig sichere Strecken, die sogar bis ans Meer im Süden führen (ca 50km one way). Wer sich nicht mit den Rental-Bikes, die überall herumstehen, herumärgern möchte, kann sich an einigen Stellen in der Stadt auch bessere Fahrräder oder Rennräder ausleihen. In Xuhui gibt es zwei oder drei große Fahrradläden (Specialized und Giant habe ich schon gesehen), die auch Fahrräder verleihen.

Sich einen Baozi-Snack oder eine frittierte Teigstange am Straßenrand gönnen

Die Street-Food-Stall-Szene ist zwar mitlerweile unterbunden wurden und nicht mehr vorhanden. Stattdessen findet man aber allerlei Mini-Stores an der Straße, die noch immer Chinese Street-Food verkaufen. In „Ballungsgebieten“ findet man diese häufig (z.B. um größere Krankenhäuser herum, wie z.B. auf der Wulumuqi Road am Huashan Krankenhaus). Ausgerüstet mit der Baidu Translate App schießt man kurz ein Foto von der Karte, die an der Decke hängt, lässt das Ganze übersetzen und kann sich so entspannt auf die Suche nach etwas Veganem machen – man wird häufig fündig.